Verfasser: Architekt Friedl
Die nachfolgenden Angaben stellen die persönliche Meinung von Herrn Architekt Friedl dar und sind nicht allgemein verbindlich.
Passivhaus nach den Vorgaben des Passivhausinstitutes (PHPP)
In einem Passivhaus kann ohne aktives Heizungs- und Klimatisierungssystem ein komfortables Innenklima erreicht werden. Nach einer nicht gesetzlich geregelten, aber allgemein gültigen Definition des
Passivhaus-Institus Darmstadt
(Dr. Feist) weist ein Passivhaus einen Heizwärmebedarf von maximal 15 kWh/m*a auf. Eine hochwertige Wärmedämmung zur Verringerung der Wärmeverluste und eine passive Nutzung der vorhandenen Energien zeichnen die Grundidee des Passivhauses aus. Bei guten thermischen Eigenschaften ist ein konventionelles Heizsystem nicht mehr nötig (aber natürlich mgl.), das Haus wird im wesentlichen durch die inneren und solaren Gewinne geheizt. Ohne kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ist dies nicht möglich, weil die Lüftungswärmeverluste zu groß wären. Da die guten thermischen Eigenschaften nicht durch ineffiziente Bereitstellung der notwendigen Restenergie zunichte gemacht werden sollen, werden weitere Passivhaus-Kriterien vorgegeben. Der gesamte Primärenergiebedarf sollte kleiner als 120kWh/m*a sein, der Restenergiebedarf durch erneuerbare Energien gedeckt werden.
Die
Mehrkosten eines Passivhauses mit etwa 5-fach niedrigerem Energieverbrauch im Vergleich zu einem Neubau n. EnEV (=Niedrigenergiehaus) betragen nur
ca. 5 - 10% !
Null-(Heiz)Energiehaus in Passivhausbauweise
Der Begriff Nullenergiehaus und Nullheizenergiehaus ist nicht allgemein gültig geregelt. Deshalb empfehle ich als Basis und Qualitätssicherung das Passivhaus nach den Kriterien des Passivhausinstitutes auszuführen. Den nur dieser Haustyp ist geregelt und vergleichbar. Dieses Passivhaus nach PHPP wird dann nochmals wirtschaftlich zum Nullheiz- / Nullenergiehaus optimiert.
Ein
Nullheizenergiehaus, ist im gesamten jährlichen Heizenergieverbrauch neutral (die Heizenergie wird über das Jahr gesehen ausgeglichen bilanziert). In der praktischen Ausführung müssen solche Häuser entweder mit PV-Anlagen oder anderen regenerativen Systemen ausgerüstet werden.
Beim
Nullenergiehaus, ist der gesamte jährliche Energie-verbrauch neutral (die Heizenergie und der Stromverbrauch sind über das Jahr ausgeglichen bilanziert). Auch diese Nullenergie- häuser müssen in der praktischen Ausführung entweder mit PV-Anlagen oder anderen regenerativen Systemen ausgerüstet werden.
Merke: Basis sollte immer das Passivhaus nach den Vorgaben des Passivhausinstitutes sein!
Energieplushaus / Plushaus in Passivhausbauweise
Der Begriff Plushaus / Energieplushaus ist nicht allgemein gültig geregelt. Deshalb empfehle ich als Basis und Qualitätssicherung das Passivhaus nach den Kriterien des Passivhausinstitutes auszuführen. Den nur dieser Haustyp ist geregelt und vergleichbar.
Ein Plushaus ist die Weiterführung und Erweiterung eines Passivhauses nach PHPP, bei dem mit unterschiedlichen technischen Systemen regenerative Energiequellen wie die Sonnenenergie effizient nutzbar gemacht werden. Photovoltaikanlagen und andere gebäudetechnische Anlagen erzeugen einen Überschuss an Energie, der in das Stromnetz eingespeist wird.
Beim
Energieplushaus / Plushaus, ist der gesamte jährliche Energieverbrauch positiv (die Heizenergie und der Stromverbrauch sind über das Jahr positiv bilanziert). Diese Haustypen weisen einen Energieüberschuss auf.
Merke: Basis sollte immer das Passivhaus nach den Vorgaben des Passivhausinstitutes sein!
Niedrigenergiehaus n. EnEV zum Vergleich
= heutiges Neubauniveau
Nach der EnEV zählt ein Haus dann als Niedrigenergiehaus (NEH), wenn der Jahresheizwärmebedarf von Einfamilienhäusern ca. 70 kWh/m*a, von Reihenhäusern ca. 65 kWh/m*a und von Mehrfamilienhäusern etwa 50kWh/m*a nicht überschreitet.
Das heisst jeder Neubau nach den gesetzlichen Mindestanforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) ausgeführt ist bereits ein Niedrigenergiehaus.
Zum Vergleich der Energiestandards wird auf die Grafik verwiesen. Dort sieht man, dass ein Niedrigenergiehaus im Neubauniveau immer noch etwa den 5 mal höheren Energieverbrauch hat wie ein Passivhaus !
Ein Niedrigenergiehaus braucht immer noch etwa 5 x mehr Energie als ein Passivhaus.
Sonnenhaus / KfW Energiesparhaus 40/60
Sonnenhaus:
Ein Sonnenhaus ist nicht definiert. Eine Vergleichbarkeit ist deshalb kaum gegeben. Oftmals ist es so, dass der Passivhausstandard nicht erreicht wird und deshalb der Begriff Sonnenhaus als Ersatz zum Passivhaus genannt wird. Bei Solararchitektur wird Wert auf die Erhöhung der solaren Gewinne und damit auf die Reduzierung des Heizwärmebedarf gelegt. An dieser Stelle wird nicht näher auf diesen Hautyp eingegangen.
KfW Energiesparhäuser 40 und 60
Die Energiesparhäuser sind eine Erfindung der KFW-Bankengruppe. Diese Haustypen sind überwiegend definiert nach dem Primärenergieverbrauch und nach der Qualität der Gebäudehülle. Die Behaglichkeit durch hohe Bauteiloberflächen / erhöhte Luftdichtigkeit / kältebrückenfreies Konstruieren, etc..; Werte die ein Passivhaus auszeichnen werden selten eingehalten. Durch den Einsatz eines Energieträgers mit günstiger Primärenergiekennzahl (z.B. Holz) sind die Anforderungen leicht zu erreichen. Als weiteres Kriterium sind ist eine verbesserte Gebäudehülle zum EnEV-Neubauniveau auszuführen. Weitere Informationen hierzu sind bei der
KFW zu finden.
Jedes Passivhaus ist ein KfW-Energiesparhaus 40, aber kaum ein KFW Energiesparhaus 40 ist ein Passivhaus.

Grafik: Passivhausinstitut mit Einträgen Architekt Friedl